Das Unechte des Echten. Cyril Hatt

Cyril Hatt
DAS UNECHTE DES ECHTEN

Gallery Weekend Berlin 2021
30. April bis 02. Mai 2021

Ende der Ausstellung 12.06.2021

Cyril Hatt rekonstruiert lebensgroße alltägliche Gegenstände, indem er sie vollständig in Fragmenten von jeweils 10 x 15 cm abfotografiert. Dann klammert er all diese Fotos zusammen, die auf den ersten Blick mit dem ursprünglichen Objekt identisch sind. Die zahlreichen und sichtbaren Heftklammern zeigen die Zerbrechlichkeit der äusseren Erscheinung. Damit verliert das Objekt seinen Nutzen, der seine Substanz ist. Seiner Funktion beraubt, behält es dennoch sein ursprüngliches Aussehen. Aber der Name, dem wir ihm geben, entspricht nicht mehr dem, was es ist.

Genauso wie der Sonnenuntergang (oder Sonnenaufgang) ein Name ist, der einem Phänomen gegeben wurde, das nicht existiert. Und das aus gutem Grund: Die Sonne geht weder auf noch unter. Es ist das Unechte des Echten, das Cyril aufdeckt.

Im Galerieraum hat er die Atmosphäre eines Zimmers der 80iger Jahre mit seiner gesamten Inneneinrichtung nachempfunden, über die wir uns mit einem Lächeln wundern.

Ob diese Zusammenfassung das Werk des 1975 in Frankreichgeborenen Künstlers würdigt, müssen Sie vor Ort beurteilen.

Raphaël Levy